Projekt Beschreibung

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Ili Kronstein

Vaduz 2005


Client: Landesmuseum Liechtenstein

Im Mai 1945 endete der II. Weltkrieg in Europa, das nationalsozialistische Deutsche Reich war niedergerungen. Millionen von Menschen hatten ihre Heimat verloren, waren vertrieben, verschleppt oder ermordet. Das verschont gebliebene Fürstentum Liechtenstein war das Ziel vieler Flüchtlinge gewesen.

1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, floh die jüdische Künstlerin Ili Kronstein mit ihren Töchtern Gerda und Nora vor den Nati­onalsozialisten von Wien nach Liechtenstein, wo ihr Mann die „Franziskus“-Apotheke betrieb. Nach kurzer Zeit fing sie ohne ihre Familie in Südfrankreich ein neues Leben an, war aber immer wieder in Vaduz. Die ausgestellten Bilder zeigen ihre damals rasante künstlerische Entwicklung. Nach ihrer Erkrankung 1940/41 zeichnete sie 1943 ihre letzten Werke. Sie starb 1948 in Zürich.

Aus welcher Zeit stammen die Bilder, die Sie in der Ausstellung sehen? Selten sind die Bilder signiert und datiert, und über dargestellte Personen wissen wir wenig. Die geringe Papierqualität legt den Schluss nahe, dass fast alle gezeigten Bilder in den ärmlichen Emigrationsjahren 1938–1943 entstanden sind.

Die Ausstellung streift auch die Geschichte der Familie Kronstein in Liechtenstein und gibt Einblicke in die Lebenswerke der beiden Töchter Gerda Lerner und Nora Kronstein-Rosen, die den mutigen Weg von Ili Kronstein fortsetzten. Gerda Lerner lebt seit 1939 in den USA und ist heute die bedeutende Grande Dame der Frauengeschichtsschreibung. Nora Kronstein-Rosen lebt seit 1962 in Israel und ist eine re­nommierte Textildesignerin und bildende Künstlerin.

„Die Welt der Ili Kronstein“ umfasst viele Facetten. Zentral sind Ili Kronsteins Werk 1938–1943, ihre Persönlichkeit und Biographie, wie auch das Werk ihrer Töchter. Die Ausstel­lung geht den Leistungen und Beziehungen dieser Familie nach, de­ren Schicksal für dasjenige vieler Flüchtlingsfamilien der Dreissiger- und Vier­zigerjahre des letzten Jahrhunderts steht.

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